Freundliche Amerikaner

Mona

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Mir fällt es mehr und mehr auf, dass Amerikaner dich freundlich anlächeln und sagen, man sei ihr bester Freund und wenn man sich umdreht, kommt der Dolch in den Rücken.
Oder ist das nur in meiner Gegend so.
Außerdem fällt mir auf, dass sie gern alles über Behörden regeln, nicht direkt.
Z.B als hier laute Musik war, hat man nicht mit dem Verursacher geredet, sondern sofort die Polizei gerufen. Oder als jemand einen Karton in den falsche Container geworfen hat, gleich wieder Polizei, obwohl es ein Nachbar war.

Ist das bei euch auch so, oder nur hier in dieser Gegend?
 

stefan tweets

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Ja, die Amis sind freundlich, aber freundlich ist nicht das selbe wie in Deutschland.
Extremes Beispiel: Wenn man z.B. ein Auto kaufen möchte, dann ist alles cool entspannt und so, tatsächlich ist das aber knallhartes Geschäft. Vor dem Autokauf habe ich mir ein paar Videos angeschaut und genau so war es dann auch. Freundlich sein bedeutet nicht das der andere ein Freund ist... er will bei Geschäften vor allem das Beste... maximalen Profit.

Die Menschen hier sind freundlicher, aber die Kriminalitätsrate ist hier zig fach höher als selbst in Frankfurt am Bahnhof.... Sozial Engineering, fishing, romance scam, credit card fraud, Identitätsdiebstahl... alles Sachen die man hier immer im Hinterkopf haben muss.

Z.B als hier laute Musik war, hat man nicht mit dem Verursacher geredet, sondern sofort die Polizei gerufen.
Auch das stimmt... ich habe meine Frau auch mal dazu gefragt und ihre Meinung dazu hat mich überzeugt: Es ist ein Risiko beim Nachbarn zu klingeln und um Ruhe zu bitten, denn man weiß ja nie wie viele Waffen da im Haus sind. Wenn es Probleme gibt... immer Polizei, das sind die Profis die sich im Falle des Falles auch schützen können und kaum jemand ballert auf Polizisten, denn die schießen zurück und machen das so lange bis man tot ist.
 

Admin

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Kenne ich teilweise von der Arbeit; ja, viel ist nur 'gespielt' wrnn wir über Freundlichkeit sprechen, es wird viel getratscht und von lösungsorientiert wollen wir mal gar nicht sprechen.

Wobei ich natürlich auch sagen muss, dass ich auch viele positive Beispiele getroffen habe, also Leute die real freundlich und hilfsbereit sind. Aber gefühlt sind diese leider in der Minderheit.
 

Mona

Well-Known Member
Greencard
Auch das stimmt... ich habe meine Frau auch mal dazu gefragt und ihre Meinung dazu hat mich überzeugt: Es ist ein Risiko beim Nachbarn zu klingeln und um Ruhe zu bitten, denn man weiß ja nie wie viele Waffen da im Haus sind. Wenn es Probleme gibt... immer Polizei, das sind die Profis die sich im Falle des Falles auch schützen können und kaum jemand ballert auf Polizisten, denn die schießen zurück und machen das so lange bis man tot ist.
In dem Fall handelte es sich um den 75 jährigen Nachbarn, mit dem die andere Partei schon zig mal Kaffee trinken war.
Aber wenn’s um die laute Musik ging, sollte die Polizei gerufen werden?
 

stefan tweets

Well-Known Member
Aber wenn’s um die laute Musik ging, sollte die Polizei gerufen werden?
Wäre in Deutschland auch nicht mein Ansatz, Polizei ist dort immer das letzte Mittel. Aber andere Länder andere Sitten. Hier wo ich wohne im Komplex mit weniger als hundert Wohnungen sieht man die Polizei jede Woche. Manchmal ein Auto, manchmal stehen sogar fünf gleichzeitig vor dem Haus.

Wir haben in Sichtweite eine Wohnung mit Studenten, die aber drei Türschlüssel haben für 5 oder mehr Bewohner. Die haben manchmal komische Gäste die halb die Türe einschlagen. Wir haben das an die Hausverwaltung gemeldet, weil die Türe beim anklopfen sichtlich beschädigt wurde. Die Antwort der Hausverwaltung war, ruft beim nächsten Mal gleich die Polizei. Die sind dafür zuständig.

War jetzt Beispiel, daher denke ich, die Amis zahlen Steuern und Probleme mit Nachbarn und deren Problemlösung durch die Polizei sind sozusagen dann schon bezahlt, egal ob es Papiermüll im Sondermüll ist oder laute Musik. Ist wie Valet Trash, -> ein bereits bezahlter Service. Deswegen gibt es hier auch so viel Polizei... wäre meine Vermutung.
 

Lileigh

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Citizen
Hier in meiner Ecke in NC hat man folgendes:

Gruppe A - extrem freundlich, bieten Hilfe an, immer vorne mit dabei, wenn’s dann aber darauf ankommt, haben sie keine Zeit; zum Teil auch recht viel backstabbing mit dabei. Habe das Gefuehl, dass die Hinterfotzigkeit gerade bei den ueberaus extrem freundlichen am schlimmsten ist. Hilfe kann man dann aber auch nur erwarten, wenn man eine von denen ist.
Rufen die Polizei, wenn sie sich vor dem eigenen Schatten erschrecken. Kennen “mind your own business” auch nur wenn es um ihre persoenlichen Angelegenheiten geht.
Dreimal kann man raten wo man diese Mitmenschen sonntags um 10 Uhr findet.

Gruppe B - freundlich, bieten auch mal Hilfe an, aber nicht so aufdringlich wie Gruppe A. Sind normal nett, wollen aber auch einfach ihre Ruhe haben. Weitaus verlaesslicher als Gruppe A; man weiss oft woran man ist.
Polizei wird auch nur im tatsaechlichen Notfall gerufen oder wenn etwas unklar ist bzw. definitiv polizeilich geregelt werden sollte. Sprich, common sense steht hier im Vordergrund.

Gruppe C - unfreundlich. Miesepeter, die glauben, dass alles und jeder Schuld an deren Misere ist. Die hassen alles und jeden, aber vor allem alles, was anders ist. Diese findet man sonntags auch dort wo man Gruppe A trifft.
Da gibt’s hier in unserer Stadt reichlich, was mich schon dazu veranlasste zu sagen, dass die hier alle schlimmer sind als die miesepetrigen Deutschen.
Rufen die Polizei auch wegen jedem Kack, weil einem ja jeder etwas boeses moechte. Oder aber sie nehmen es in die eigene Hand und es eskaliert in Gewalt.


Vieles ist hier einfach nur daher gesagt und die meisten sagen auch nur Dinge oder bieten ihre Hilfe an, damit ein paar Bonuspunkte fuer sie selbst rausspringen und sie vor anderen damit besser dastehen. Die Angebote annehmen darf man dann aber nicht, weil diese Herrschaften dann ploetzlich immer andere Verpflichtungen haben.
 

stefan tweets

Well-Known Member
Vieles ist hier einfach nur daher gesagt und die meisten sagen auch nur Dinge oder bieten ihre Hilfe an, damit ein paar Bonuspunkte fuer sie selbst rausspringen und sie vor anderen damit besser dastehen. Die Angebote annehmen darf man dann aber nicht
Das habe ich auch schon so gehört, aber meine Erfahrungen sind sehr limitiert. Im Moment habe ich persönlich eher mit Gruppe B zu tun, aber ausgetestet hab ich es noch nicht :-D.
 

ChrisH

Well-Known Member
Mir fällt es mehr und mehr auf, dass Amerikaner dich freundlich anlächeln und sagen, man sei ihr bester Freund und wenn man sich umdreht, kommt der Dolch in den Rücken.
Das habe ich so auch von einer tatsächlich guten Freundin aus Amerika bestätigt bekommen, die es selbst ganz schrecklich findet.

Anfangs fand ich diese Herzlichkeit auch total super, wurde auch oft als Freund bezeichnet. Aber da dachte ich auch noch, dass "How are you?" eine Frage ist. Mittlerweile kann ich die Höflichkeits-Kultur besser einordnen.

Wobei, in kleineren Städten ist es in Deutschland doch genau so, nur dass man nicht so übertrieben höflich dabei ist.
 

Mona

Well-Known Member
Greencard
Mir fällt es immer schwerer einzuordnen, wer wirklich nett ist und wer nur so furchtbar obernett tut, nachdem ich mehrere Dolche in den Rücken bekommen habe. Etwas, was Touristen nie realisieren....

Außerdem empfinden Amerikaner nett oder gut anders, als wir.
Ein Manager sagte mal zu mir, es sei ja gut gewesen, dass er gerade einen Kollegen gefeuert hätte, da es dem Kollegen nun möglich sei, eine Stelle zu finden, die wirklich zu ihm passt.
Leider hat der Kollege das nicht ganz so gesehen und sich erhängt.
 
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