Corona-Virus

Wendy

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Teammitglied
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Ich kann auch dieses "die hatten ja Vorerkrankungen" nicht mehr hören als Argument, warum die Todesfälle ja gar nicht so hoch wären.

Meine Kollegin ist 25 und hat seit Kindheit Diabetes - das wäre z.B. eine dieser "Vorerkrankungen".
Die Leute mit Vorerkrankungen, die an Corona als zusätzlicher Krankheit sterben könnten ohne Corona problemlos ein hohes Alter erreichen.

Die Leute in Altersheimen, die an Corona wie die Fliegen gestorben sind, hätten noch Jahre leben können und die haben auch Familie.

Corona hat sicherlich bei vielen einen milden Verlauf, oder findet bei sehr vielen sogar unbemerkt statt. Bei denen das nicht der Fall ist - und das sind nunmal leider viele - ist das eben nicht "ein bißchen Schnupfen". Und sterben an Corona ist nicht mal eben im Schlaf einfach nicht mehr aufwachen.

Die Ignoranten sprechen halt immer aus der luxuriösen Warte, niemanden im engen Kreis zu haben, der eine schwere Corona-Erkrankung überlebt hat oder bedauerlicherweise nicht überlebt hat.

Vielleicht ist das unser Problem in Deutschland - es gab "zuwenig" Fälle - für zu viele ist die Gefahr zu abstrakt. Betrifft einen doch nicht.

In den Ländern, in denen die Särge mit Armeelastern abgeholt werden mußten, weil niemand mehr damit fertig wurde oder Massengräber ausgehoben werden mußten, nimmt man das nicht so auf die leichte Schulter. Auch jetzt nicht.
 

Mona

Well-Known Member
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Ich kann auch dieses "die hatten ja Vorerkrankungen" nicht mehr hören als Argument, warum die Todesfälle ja gar nicht so hoch wären.

Meine Kollegin ist 25 und hat seit Kindheit Diabetes - das wäre z.B. eine dieser "Vorerkrankungen".
Die Leute mit Vorerkrankungen, die an Corona als zusätzlicher Krankheit sterben könnten ohne Corona problemlos ein hohes Alter erreichen.
Als eine 17 jährige in Fort Myers gestorben ist, kommentierte das Jemand, eine Deutsche, auf Facebook mit den Worten, naja, sie hatte Vorerkrankungen.
Das hat mich unglaublich wütend und traurig gemacht.
Wie empathielos sind Menschen geworden? Ein Leben ist nichts wert, weil Vorerkrankungen da sind?
 

ChrisH

Well-Known Member
Sorry, aber wissenschaftlich sauber durchgeführte Studien sind sicherlich glaubhafter als die Meinung einzelner Menschen. Hast du schon jemals eine medizinische Studie wirklich im Detail gelesen und die Methodik dahinter verstanden?
Wenn du sauber durchgeführte Studien betonst, sagst du damit auch, dass es auch nicht-sauber durchgeführte Studien gibt.

Und letzenendes sind es erst einmal Zahlen, die eine kleine Stichprobe von Menschen repräsentieren.

Sie bilden aber eine wichtige Grundlage:
Es kommt dann auf die Schlüsse an, die man aus den Zahlen herleitet und ob man dann naturwissenschaftliche Zusammenhänge herstellen kann.

Beispiel: Dass Dexamethason bei Patienten, die Sauerstoff benötigen, in sehr vielen Fällen hilft, ist eine gute Erkenntnis.
Mit dieser Erkenntnis könnte man jetzt natürlich auf gut Glück jedem Dexamethason geben. Aber was ist mit denen, die trotzdem sterben? Warum hilft es manchen und manchen nicht? Begünstigt es bei manchen vielleicht sogar den Tod?
Tjoar, keine Ahnung, die Studie ist beendet... aber 30% sind ja besser als nix...

Oder man versucht daraus Anhaltspunkte zu erkennen und die Ursache zu finden, mit anderen Erkenntnissen zu kombinieren. Wieso gibt es in einer Studie ohne Dexamethason etwa den gleichen Prozentsatz mit Lungenembolien? Werden diese durch die wieder woanders nachgewiesene Endotheliitis verursacht? Bekämpft Dexamethason diese Entzündung?

Sowas würde sich ja biochemisch erklären (oder auch widerlegen) lassen. Tut das keiner, sterben halt Menschen, weil es ja auch keine offiziell bestätigte Therapie gibt.

Währenddessen werden noch ein paar andere Studien gemacht. Vielleicht einfach mal ein anderes Medikament an Patienten ausprobieren, was bei irgendeinem völlig anderen Virus mal geholfen hat. Die helfen zwar keinem, aber durch die vorgegebene Methodik solcher Studien sind sie leichter als naturwissenschaftlich zu arbeiten und Zusammenhänge zu erkennen. Und das wichtigste: Sie bringen Veröffentlichungen. Man will ja seinen Job nicht verlieren, Professor werden oder sonst was. Hauptsache viele Veröffentlichungen. Vielleicht zitiert ja noch jemand diese Veröffentlichung, sei es nur, um darauf zu verweisen, dass es nichts bringt. Die Angabe der zitierenden Beiträge steigt und somit der Erfolg. Man muss ja nicht unbedingt Preise gewinnen. Und hey, man kann auch immer schön auf seinen Doktortitel verweisen und freut sich bei jedem ankommenden Brief, das Dr. zu lesen.

Es gibt ein schönes Sprichwort:
Ein erstklassiger Professor sucht sich erstklassige Mitarbeiter. Ein zweitklassiger Professor sucht sich drittklassige Mitarbeiter.

Ich möchte betonen, dass es sehr viele gute Wissenschaftler gibt. Aber eben auch sehr sehr viele schlechte. Richtige Methodik ist leider nicht alles, vor allem wenn die Ideen dahinter fehlen und man nur stumpf ausführt.
Auf einigen Seiten zuvor wurde ja bereits mal angesprochen, dass gerade Corona viele anzieht, weil damit Geld zu verdienen ist.

"Nicht so versierten Ärzten", aaaaaalles klar. Aber Studien beweisen ja eigentlich auch nichts, dann kann der Arzt dir ja weiterhin Kräutertee verordnen.
@Ace, mein Reden, riesen widersprüchlicher Text ohne erkennbaren Mehrwert.
Der Text war sehr lang. Ich verstehe, wenn ihr manche Zusammenhänge nicht gleich verstanden habt. Aber oben gab es ja nun eine etwas ausführlichere Meinung von mir.

Die Leute mit Vorerkrankungen, die an Corona als zusätzlicher Krankheit sterben könnten ohne Corona problemlos ein hohes Alter erreichen.

Die Leute in Altersheimen, die an Corona wie die Fliegen gestorben sind, hätten noch Jahre leben können und die haben auch Familie.
Viele ja, alle nein. Wir kennen die Zahlen nicht.
Ich habe nur Herrn Drosten zitiert. Von dem könnt ihr halten was ihr wollt.
Es ist aber auch etwas anderes, ob man z.B. als Epidemiologe eine ganze Nation oder ein Einzelschicksal betrachtet.
Es ist etwas anderes, ob man selbst arbeitlos ist oder es einen freut, dass mit nur 3% Arbeitslosigkeit Vollbeschäftigung herrscht.
Manchmal muss man eben rational denken. Wenn ein Gebäude zusammenstürzt muss der Schaden monetär messbar sein. In Deutschland beträgt ein Menschenleben dabei 250.000 Euro (Stand 2010).
Das hilft der jeweiligen Familie nicht über den Verlust weg.

Ich wiederhole mich zwar, aber ich bin für den Schutz von gefährdeten Personen mit hohem Alter und/oder Vorerkrankungen.

Wird Jemand mit schweren Covid19 Symptomen in die Klinik geliefert und ist dann der Corona Test positiv, liegt es natürlich nahe,
dass die Patienten entweder beim Fallschirmspringen verunglückt sind, oder aber einen schweren Autounfall hatten.
In diesem Fall nicht, aber kannst du sicher belegen, dass nur diese Fälle in den Statistiken auftauchen?
Und sind alle versterbenden Menschen vorher mit Atembeschwerden im Krankenhaus, wenn 80% keine Symptome haben? Unwahrscheinlich...

Deutschland hatte einen relativ konsequenten Lockdown.
Die Covidzahlen sind niedrig.
USA hatten keinen konsequenten Lockdown.
Die Covidzahlen sind extrem hoch.

Könnte es hier möglicherweise einen Zusammenhang geben?
Möglicherweise ja, aber wahrscheinlich nein.
Belgien hatte einen sehr konsequenten Lock-Down und war mit am schlimmsten betroffen in Europa. Wie erklärst du dir das?

Gemäß der Logik ist die Behauptung mit diesem Gegenbeispiel widerlegt.

Vielleicht gibt es ja noch weitere Parameter. Ich kenne die Antworten darauf auch nicht, aber denke zumindest noch über weitere Gründe nach, um mir die Zahlen zu erklären.
 

ChrisH

Well-Known Member
Ahhh... Du unterstellst also dem Leser (also uns), dass er zu doof ist, deine Texte zu verstehen.
oder, dass der Text durch seine Länge unübersichtlich wurde. Vor allem, wenn der kritisierte Teil teils am Anfang, teils am Ende stand.

Vielleicht einfach ein bisschen weniger auf Konfrontation eingestellt sein.

Aber wieder ein sehr schönes Beispiel dafür, dass man zur gleichen Sache konträre Meinungen haben kann.
 
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