Auswandern - Und die Abzocke

Ezri

Adminchen
Administrator
Amüsant finde ich die Leute bei denen es schon an den Visavorrausetzungen scheitert die es aber nicht hören wollen und sagen: Du willst mir nur meinen Traum kaputt machen....
Aber genau dafür sind wir doch da, nur aus diesem einen einzigen Grund. Träume zerstören :harhar Dafür haben wir doch auch extra diese wunderschönen Smilies :rosa :ponyhof :harhar :hehe :auslach und noch einige andere mehr :D
 

Pitty

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Ezri, das sind tolle Smilies! :):theatralischIhr bösen Träumezerstörer ihr! :schnueff
 

Emmaglamour

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Na ja, es kommt ja immer drauf an was für Ratschläge man sich holt und von wem. Ich bin da eher vorsichtig mit Ratschlägen geben weil hinterher heißt es: Du hast aber XYZ gesagt....
Ich hab' da weniger Hemmungen, denn ich gebe nur dann Rat, wenn ich weiß, dass das, was ich sage, auch Hand und Fuß hat. Wohlgemerkt, es geht hier um den Bereich Einwanderung in die USA. Warum sollte man nicht helfen, wenn man es doch kann?
Amüsant finde ich die Leute bei denen es schon an den Visavorrausetzungen scheitert die es aber nicht hören wollen und sagen: Du willst mir nur meinen Traum kaputt machen....
Hahaha - in der Tat. Wobei ich diejenigen am besten finde, die einem direkt Neid unterstellen. Das finde ich in doppelter Hinsich amüsant, denn ich bin generell niemand, der Neid oder Eifersucht hegt; ich bin eher der pragmatische Typ. Aber wieso sollte ich überhaupt auf jemandes USA-Traum neidisch sein, wenn ich bereits da bin, wo derjenige welche erst noch hinwill? Das ergibt doch überhaupt keinen Sinn.

Ganz ehrlich?
Die Leute die absolut zum verrecken hier in die Staaten wollen und sich nicht helfen lassen "wollen", sind meist die, welche es in D zu nichts bringen und die glauben in den USA ist alles besser und einfacher. Die sind meist nach 1 Jahr wieder zuhause! Das sind dann nämlich oft diejenigen , die glauben, das der "MoneyTree" echt ein Geldbaum ist, an dem man sich einfach so bedienen kann und wo dir die Pommes und der Hamburger vorgekaut in den Mund fliegen!
Das kann ich so nicht unterschreiben. Oft haben die in Deutschland durchaus einiges geleistet, aber die Voraussetzungen stimmen trotzdem nicht bzw. die konkreten Wünsche für die USA sind einfach unrealistisch. Da dient der Bratwurstfahrradfritze wieder als gutes Beispiel. Der war ja in Deutschland durchaus erfolgreich. Das hat ihm aber in den USA nichts genützt, weil er sein Wissen und seine Kenntnisse aus Deutschland eben nicht 1:1 auf die USA übertragen konnte. Mal ganz davon abgesehen, dass er sich in einem Bereich selbstständig gemacht hat, in dem er einfach kein Vorwissen hatte. Der hatte seine Hausaufgaben nicht gemacht und gedacht, seine Überzeugung sei ausreichend.

In dem Fall meines Bekannten ist's noch dümmer. Der war in Deutschland durchaus etabliert und ist seit ca. 10 Jahren mit einer Amerikanerin verheiratet, mit der er auch Kinder hat. Die Familie lebte zusammen in Deutschland. Und nun beschloss man, dass man in die USA umsiedeln wolle, weil die Eltern seiner Frau wohl gesundheitlich nicht mehr so ganz auf der Höhe sind, und seine Frau hatte wohl auch Heimweh. Der kontaktierte mich also, nicht, weil er Visumsfragen hatte, sondern weil wir im gleichen beruflichen Umfeld tätig sind/waren: Sportjournalismus und -PR. Und die wollte in "meinen" Bundesstaat; also dachte er, er haut mich mal um Kontakte an etc. Und dann reagierte ich natürlich mit meinem forentrainierten Visumsfragereflex: "Hast Du denn schon DCF beantragt?" Er: "Hä?" Ich: "Na, Ihr lebt doch im Moment alle noch in Deutschland; da könnt Ihr kinderleicht und relativ schnell die Greencard für Dich als Direct Consular Filing in Frankfurt beantragen. Dauert nur ein paar Monate und dann kriegste direkt die Zehnjahresgreencard. Besser geht's nicht!" Er: "Ach nee, ich wollte erst mal nur mit 'nem Journalistenvisum rüber." Ich: "Ja, wieso das denn? Mit Journalistenvisum darfst Du nur für Nicht-US-Auftraggeber arbeiten und auch nur journalistisch. Und eine Festanstellung in den USA darfst Du damit auch nicht annehmen. Du hast aber 'ne Familie zu ernähren, wieso willst Du Dich so einschränken?" Er: "Ich glaube nicht, dass ich damit nicht für US-Auftraggeber arbeiten darf." Ich: *headdesk*

Habe ihm dann alles zusammengestellt: Infos (samt Erfahrungswerten aus erster Hand, denn ich hatte ja selber zeitweilig eines) übers I-Visum (unter besonderer Herausstellung dessen, was man damit alles NICHT darf), Infos über den IR-1-Antrag und das DCF, Links etc.

Ende vom Lied: Er hat ein I-Visum beantragt, ist nun mit seiner Sippe in den USA, hat finanzielle Schwierigkeiten und findet natürlich keinen US-Arbeitgeber, weil er keine Arbeitserlaubnis hat. Und seine Frau arbeitet nicht, denn die kümmert sich um die Eltern. Mir tun die Kinder immens leid, und ich warte im Moment darauf, dass ihm das alles so richtig schön um die Ohren fliegt.

Manche Leute sind einfach beratungsresistent.
 

ItsJustMe1977

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Wenn die Kiddies nicht waeren würd ich sagen, doofheit muss bestraft werden....fuer solche Leute hab ich wenig Mitleid.
Wie gesagt, die Kinder tun einem dann leid....
 

Pitty

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@Emmaglamour: Sicher hast du recht das man im Rahmen seiner Moeglichkeiten Ratschlaege geben kann. Hab ich auch nix gegen. Muss aber jeder selbst entscheiden. Ich bin damals mit dem K1 ruebergekommen, aber das ist auch schon 10 Jahre her und Dinge veraendern sich. Die haben doch vor einer Weile die Visagebuehren erhoeht, oder?

Ja, gewisse Leute sind einfach beratungsresistent. Erinnere mich da an einen deutschen 17-jaehrigen der unbedingt nach L.A. wollte und meinte das ihm seine Bank bei der er als AZUBI angefangen hat da bestimmt im 1. Ausbildungsjahr rueberschickt. Logo, die schicken ihre AZUBIs im 1. Jahr gleich ins Ausland. Vielleicht kann man das noch als jugendliche Unwissenheit hinstellen aber wie du ja weisst gibt es genug andere Beispiele.
 

AllyKay

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In dem Fall meines Bekannten ist's noch dümmer. Der war in Deutschland durchaus etabliert und ist seit ca. 10 Jahren mit einer Amerikanerin verheiratet, mit der er auch Kinder hat. Die Familie lebte zusammen in Deutschland. Und nun beschloss man, dass man in die USA umsiedeln wolle, weil die Eltern seiner Frau wohl gesundheitlich nicht mehr so ganz auf der Höhe sind, und seine Frau hatte wohl auch Heimweh. Der kontaktierte mich also, nicht, weil er Visumsfragen hatte, sondern weil wir im gleichen beruflichen Umfeld tätig sind/waren: Sportjournalismus und -PR. Und die wollte in "meinen" Bundesstaat; also dachte er, er haut mich mal um Kontakte an etc. Und dann reagierte ich natürlich mit meinem forentrainierten Visumsfragereflex: "Hast Du denn schon DCF beantragt?" Er: "Hä?" Ich: "Na, Ihr lebt doch im Moment alle noch in Deutschland; da könnt Ihr kinderleicht und relativ schnell die Greencard für Dich als Direct Consular Filing in Frankfurt beantragen. Dauert nur ein paar Monate und dann kriegste direkt die Zehnjahresgreencard. Besser geht's nicht!" Er: "Ach nee, ich wollte erst mal nur mit 'nem Journalistenvisum rüber." Ich: "Ja, wieso das denn? Mit Journalistenvisum darfst Du nur für Nicht-US-Auftraggeber arbeiten und auch nur journalistisch. Und eine Festanstellung in den USA darfst Du damit auch nicht annehmen. Du hast aber 'ne Familie zu ernähren, wieso willst Du Dich so einschränken?" Er: "Ich glaube nicht, dass ich damit nicht für US-Auftraggeber arbeiten darf." Ich: *headdesk*

Habe ihm dann alles zusammengestellt: Infos (samt Erfahrungswerten aus erster Hand, denn ich hatte ja selber zeitweilig eines) übers I-Visum (unter besonderer Herausstellung dessen, was man damit alles NICHT darf), Infos über den IR-1-Antrag und das DCF, Links etc.

Ende vom Lied: Er hat ein I-Visum beantragt, ist nun mit seiner Sippe in den USA, hat finanzielle Schwierigkeiten und findet natürlich keinen US-Arbeitgeber, weil er keine Arbeitserlaubnis hat. Und seine Frau arbeitet nicht, denn die kümmert sich um die Eltern. Mir tun die Kinder immens leid, und ich warte im Moment darauf, dass ihm das alles so richtig schön um die Ohren fliegt.

Manche Leute sind einfach beratungsresistent.
Ich reich' dir mal die Hand. Meine Karriere als Visumsberaterin war leider auch nur kurz und von wenig Erfolg gekrönt. Gegen Beratungsresistenz kommen auch die besten Argumente nicht an. :ohno

Ein britischer Freund und seine amerikanische Verlobte (beides Wissenschaftler) wohnten gemeinsam hier in Berlin, hatten parallel auslaufende Arbeitsverträge und machten Pläne in absehbarer Zeit in die USA zu ziehen. Forumsstudiert wie ich bin, plauderte ich also mit ihm über seine nächsten Schritte. Mein Vorschlag: "Mensch, heiratet noch in Deutschland (oder Dänemark), beantragt DCF und geht dann gemeinsam rüber." Er: "Ja, nee, wir wollen im Familienkreis heiraten und bis dahin versuch ich's mit einem Arbeitsvisum." Ich: "So fix geht das nicht mit dem Arbeitsvisum. (Halbstündige Belehrung über die verschiedenen Arten der Arbeitsvisa.)" Er: "Mal schauen, ich hab' ein paar Vorstellungsgespräche. Wir haben auch schon zwei Anwälte befragt; die meinten, wir sollten einfach einreisen und heiraten. (So schafft man neue Klienten!) Alles andere (Blitzhochzeit und DCF) ist uns grad zu kompliziert und kostet." Ich: *doppelheaddesk*

Nach zwei Stunden telefonischer Beratung in allen Details und einer ansehnlichen Linksammlung meinerseits (inklusive Recherche zur Hochzeit in Dänemark) gab' ich den Fall schließlich auf. Wenigstens konnte ich sie von der "Spontanhochzeit" abbringen. Ein müder Erfolg.

Ende von diesem Lied: Im August 2012 trat seine Verlobte den neuen Job in Cincinnati an, während er die folgenden Monate arbeitslos zwischen UK und USA pendelte. Nach langer Suche fand er endlich eine befristete Stelle an einer Uni in Chicago (!), die ihm den kompletten Umzug finanzierte. Die Pendlerei zur Liebsten ging also weiter. Im März 2013 wurde dann in Wales geheiratet und mit anwaltlicher Hilfe das AOS beantragt - man gönnt sich ja sonst nichts. Schließlich fand er im August 2013 doch noch einen Job an der selben Uni wie seine Frau, musste dafür allerdings seine andere Stelle vorzeitig kündigen und die kompletten Umzugskosten zurückzahlen. So eine sinnlose Geldverbrennung wie in diesem Fall hab' ich echt selten erlebt und das trotz bester Voraussetzungen (und Beratung). Auch zwei PhDs schützen vor Dummheit nicht. Zumindest sind die beiden jetzt legal vereint, wenn auch um viele tausend Dollar ärmer als nötig.
 

ItsJustMe1977

Well-Known Member
Citizen
Emmaglamour und AllyKay:Ihr müsst Geld fuer Eure Beratung verlangen, sonst glaubt Euch keiner...alles was kostenlos ist kann ja nicht gut/richtig sein!! :ironie
 

AllyKay

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Das hab' ich auch schon in Erwägung gezogen, war mir aber beim Stundensatz unsicher. Was verlangt denn so ein Nepper-Schlepper-Auswandererfänger im Schnitt? :pfeif
 

ItsJustMe1977

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Na ja...da du ja ein Nepper-Schlepper-Auswanderfänger sein willst, würd ich soviel wie möglich nehmen....je teuerer desto besser, stimmts?? :D
 

anjaxxo

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Du gruendest eine Consulting Firma mit tollem Internetauftritt und sagst die Erstberatung ist kostenlos und dann wird nach Arbeitsaufwand abgerechnet.
Du kannst ja schon mal ueberlegen, was du so fuer die einzelnen Visa-Arten nehmen willst.

Ich wuerde wahrscheinlich eine Pauschaule nehmen, weil viele Leute Angst haben, dass sie bei einem Stundenlohn ueber den Tisch gezogen werden.

Als Greg und ich beim Anwalt waren, hatter er uns einen Preis genannt von 5000 Dollar inklusive aller Visa-fees exklusive der Kosten fuer Medical, Photos etc.

Gekostet hat das Visum alles in allem um die 2000 Dollar (fuer mich und meine Tochter) er haette sich also 3000 Dollar dafuer zahlen lassen, mich meine Formulare ausfuellen zu lassen und diese dann zu ueberpruefen und einzuschicken.

Du koenntest also bestimmt 600 bis 700 Dollar plus Visa-fees (die du dann vorher brav ausrechnen musst) anbieten.

Und immer daran denken, keine Garantien geben, aber deinen grossen Erfahrungsschatz hervorheben.

Bei manchen Menschen ist es ja je teurer je besser, denen wuerde ich dann mehr berechnen. :kicher
 
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