Versicherungen in Florida - was braucht man?

Dieses Thema im Forum "Alltagsleben in den USA" wurde erstellt von florida_2018, 9. Januar 2018.

  1. florida_2018

    florida_2018 New Member

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    Wir ziehen im August 2018 nach Florida und haben 2 Kinder, 9 und 12. Was für Versicherungen sollte man unbedingt haben (wie z.B sowas wie Haftpflicht)?

    Wie ist das mit der Krankenversicherung? Wenn mein Mann arbeitet und über den AG versichert ist, sind wir dann automatisch familienversichert? Muss man da nochwas zuzahlen? Ich blick da nicht so ganz durch in diesem ganzen Versicherungsdschungel. Danke für Eure Antworten.
     
  2. Ezri

    Ezri Adminchen Administrator

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    Ist Dein Mann denn über den Arbeitgeber versichert, bzw. habt ihr das schon geklärt?
     
  3. anjaxxo

    anjaxxo Super-Moderator Mitarbeiter Moderator Sponsor Citizen

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    Die Frage laesst sich nicht so leicht beantworten.
    Automatisch ist gar nichts. Sowas steht im Arbeitsvertrag und muss verhandelt werden. In den USA gibt es keine gesetzliche KV wie in Deutschland, wo jeder versichert ist.
    Nimmt man eine Stelle an, so bietet der Arbeitgeber benefits an oder auch nicht.
    Man kann sich aber auch selbst versicheren ueber healthcare.gov oder sich eine Versicherung auf dem freien Markt suchen.

    Hier habe ich mal die wichtigsten Krankenkassenbegriffe erklaert:
    Krankenkassebegriffe USA

    Versicherungen haben sollte man mindestens Krankenversicherung, Autoversicherung (kommt man ja auch nicht drumherum) und wenn man ein Haus hat, auch hierfuer eine Versicherung. Haftpflichtversicherung kenne ich jetzt nicht in den USA, aber da gibt es sicher irgendwas, aber mit Sicherheit nicht fuer den Preis, den man von Deutschland gewohnt ist. Das wird wesentlich teurer sein.
    Ansonsten ist eine private Altersversorge immer gut, genau wie in Deutschland. Da gibt es verschiedene M0delle, manche werden auch vom Arbeitgeber mitgetragen, das kann in einem benefit Paket sein.

    Einen health saving account kann ich auch empfehlen, wenn man eine high deductible Verischerung hat. Dort kann man steuerfrei Geld sparen fuer medizinische Kosten.

    Man muss in den USA schon selbst gucken, dass man vorsorgt und Ruecklagen fuer Notfaelle hat (muss man in Deutschland zwar auch, aber das soziale Netz ist in Amerika nicht so dicht, wie in Deutschland).
     
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  5. florida_2018

    florida_2018 New Member

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    Danke für Deine ausführliche Antwort Anjaxxo. Ich finde dieses Krankenkassending extrem kompliziert, hab halt Angst das wir da Fehler machen. Ich werde mich mal durch deinen Link durchlesen, mal schauen ob ich dann klarer sehe :-)
     
  6. florida_2018

    florida_2018 New Member

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    Also Deine Begriffsammlung habe ich mir gleich mal ausgedruckt, die kommt in mein "Schlaues Amerika Auswanderungs-Buch" :-) Habe mir das mal angeschaut über Healthcare.gov, ist ja wesentlich weniger schlimm als ich mir das vorgestellt habe mit den Beiträgen. Vielen Dank für Deinen Infos.
     
  7. Calis

    Calis Active Member

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    Naja, du musst dir die Verträge aber sehr genau anschauen, was dort für Kosten übernommen werden oder nicht...

    Der von Anja angesprochene Health saving account ist auch nicht bei jedem Vertrag verfügbar. Zumindest ist das bei meinem AG so.

    Wie gesagt, du musst schauen, was du brauchst und danach die KV abschließen.

    Schau dir vorallem die deductible, d.h. Zuzahlungen. Da können schnell, je nach Vertrag mehrere tausend Dollar pro Person zusammen kommen
     
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  9. anjaxxo

    anjaxxo Super-Moderator Mitarbeiter Moderator Sponsor Citizen

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    Selbst wenn der Arbeitgeber nichts dazu gibt, ist er eigentlich verpflichtet, die Summen fuer den health saving account vor Steuern abzufuehren.
    Der Vorteil ist dann eben nur die Steuerersparnis.

    Mein Arbeitgeber hat bis zu 50 Dollar Einzahlung das doppelte dazugegeben, also wenn ich 25 Dollar pro Monat gespart haette, dann haette mein AG mit 25 dazu gegeben, wenn ich 30 gespart haette dann 30 usw. bis 50 Dollar. Das habe ich natuerlich voll ausgenutzt und jeden Monat 50 Dollar eingezahlt.

    Das macht natuerlich nicht jeder AG, aber wie gesagt, before taxes aufs health saving account abfuehren muss er aber, das ist soviel ich weiss gesetzlich so.

    Natuerlich muss man sich Vertraege immer gut durchlesen, aber man versteht sie einfach besser, wenn man die Begriffe versteht.
     
  10. florida_2018

    florida_2018 New Member

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    Ja das war sehr hilfreich. Wir werden das schon hinbekommen, mein Mann ist ja Ami und wir haben auch Familie drüben, die werden uns schon durch den Tarifdschungel durchhelfen. Vielen Dank für Deine Hilfe.
     
  11. Wendy

    Wendy Active Member

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    Der war gut.... Ich wage ehrlich zu bezweifeln, daß auch nur ein Bruchteil der Amerikaner sich so genau mit Versicherungen und auch sonstigen Formalitäten auseinandersetzen wie das hier passiert.

    Die meisten nehmen, wenn überhaupt, das erst Beste was ihnen jemand unterjubelt. Ja, es gibt Ausnahmen. Aber eben Ausnahmen.
     
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  13. anjaxxo

    anjaxxo Super-Moderator Mitarbeiter Moderator Sponsor Citizen

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    Genau aus diesem Grund kenne ich mich auch so gut mit Krankenversicherung, Versicherungen, Papierkram aller Art was die USA angeht, aus.
    Denn meine amerikanische Familie hat zero Ahnung von irgendwas. Mein Mann hatte, bis ich in Amerika aufgeschlagen bin, keine Krankenversicherung.
    Auch was Zahlungsverkehr, Bankgeschaefte, credit score etc. betrifft, musste ich mir alles Wissen selbst aneignen. Auch hier waren meine Amerikaner nicht sehr hilfreich.

    Aber vielleicht sind deine Amerikaner ja anders und falls nicht, hast du ja immer noch uns. :drueck
     
  14. Calis

    Calis Active Member

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    anjaxxo
    Also bei meinem AG kann man zwischen verschiedenen Modellen wählen. Einige haben den Health Saving Account, andere nicht.
    Kommt wahrscheinlich daher, dass ich nur 500 max. Out of pocket pro Jahr bei meinem Vertrag habe.

    Da sich meine Eigenerfahrung nicht ganz soweit wie deine erstreckt, lerne ich auch gerne dazu.
     
  15. anjaxxo

    anjaxxo Super-Moderator Mitarbeiter Moderator Sponsor Citizen

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    Wahrscheinlich hast du high deductible Versicherungen zur Auswahl, fuer die gibt es den health saving account und dann hast du wahrscheinlich die Auswahl an Versicherungen mit wenig Eigenbeteiligung, bei denen kann man keinen health saving account haben.

    Du musst fuer dich entscheiden, was fuer dich am besten ist.
    Moechtest du eine Rundumsorglosversicherung zahlst du hoehere monatliche Beitraege, bist aber immer optimal versichert, falls mal was ist. Oder moechtest du dich nur eher fuer den Notfall versichern, dann nimm eine Versicherung mit einem hohen Eigentanteil (deductible) und zahle weniger premiums im Monat.

    Die premiums zahlt man ja, no matter what. Das heisst, wenn du nicht krank wirst, hast du natuerlich viel niedrigere KV-Kosten als mit der Rundumsorglosversicherung. Passiert aber mal was und du musst ins Krankenhaus oder so, dann schnellen deine Kosten ganz enorm nach oben, denn dann musst du ja deinen Eigenanteil selbst bezahlen.
    Man pokert also, wie wahrscheinlich ist es, dass ich krank werde. Und man muss dabei ja immer einkalkulieren, dass man auch mal einen Unfall haben kann.

    Ich hatte am Anfang eine KV, die fand ich total super. Eine high deductible Versicherung ohne coinsurance und nach deductible hat meine Versicherung 100 % gezahlt.
    Mein deductible waren 3600 Dollar und meine premiums waren 25 Dollar pro paycheck, der kam jede Woche, also ich bin woechentlich bezahlt worden, habe also ca. 100 Dollar pro Monat fuer KV ausgegeben.

    Ich hab das dann so gerechnet, 25 Dollar mal 52 Wochen = 1300 Dollar plus 3600 deductible = 4900 Dollar. 4900 geteilt durch 12 Monate = ca. 408 Euro.
    408 Euro war also das schlimmste, was mir im Monat passieren konnte und im besten Fall, habe ich nur 25 pro Woche gezahlt.

    Genauso kannst du es auch rechnen, wenn du eine coinsurance hast.
    Du nimmst die monthly oder weekly premiums, rechnest sie aufs Jahr, addierst das out of pocket maximum und teilst das durch 12. Das ist dann das schlimmste, was dir monatlich im Versicherungsjahr passieren kann.
    Eine coinsurance kann schnell mal sehr teuer werden. Nehmen wir mal an, du hast nur ein deductible, dann zahlst du nur diesen festen Betrag von der Rechnung und das wars. Hast du vorher schon Kosten gehabt, reduziert sich das deductible ja, denn du hast ja schon einen Teil verbraucht.
    Bei der coinsurance zahlst du immer noch 10, 20 oder 30 % (je nach Vertrag) von der Rechnungssumme.

    Nehmen wir mal an, du hast ein deductible von 5000 und 20 % coninsurance.

    Bei einer Rechnung von 30,000 Dollar musst du nach Abzug des deductibles dann noch 20 % des Rechnungsbetrages zahlen, also 30,000 minus 5000 = 25,000
    25,000 x 20 : 100 = sind noch mal 5000.
    Da waerest du schon bei einem Betrag von 10,000 Dollar.
    Haettest du ein out of pocket maximum von zum Beispiel 8,000 in diesem Fall, wuerdest du dann nur bis zu diesem Betrag zahlen, also 8.000 Dollar.

    Lies dir die verschiedenen Plaene gut durch und entscheide dann, ob du lieber weniger im Monat zahlst, aber ein hoeheres Risiko hast, oder lieber mehr im Monat zahlst, dafuer aber ansonsten dir um nicht so viel Gedanken machen musst.

    So wie ich das lese, wirst du ganz gute Plaene angeboten bekommen, wenn ich lese, dass du ein out of pocket maximum von 500 Dollar hast. Das ist ja megawenig.
    Die Plaene deines Arbeitgebers werden wahrscheinlich wesentlich besser sein, als die, die man auf dem health care marketplace bekommt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 14. Januar 2018
  16. Blauregen, Calis und Ezri gefällt das.
  17. Calis

    Calis Active Member

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    anjaxxo
    Danke für deinen Beitrag.
    Ja, bei der KV war mir wichtig, dass ich nicht auf den evtl anfallenden Kosten sitzen bleibe. Da bin ich bereit auch mehr zu zahlen...
     

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